Es war einmal in Deutschland

Der Holocaustüberlebende David lebt mit Schicksalsgenossen in einem Zwischenlager. Er überredet einige von ihnen, mit ihm Wäsche bei den deutschen Kriegswitwen und Eltern an der Haustür zu verkaufen, um so das Geld für die Schiffspassage nach Amerika und einen Neuanfang dort zu verdienen. Die Teilacher sind durchaus erfolgreich. Doch das Misstrauen wächst, weil David tagsüber andere Termine hat, welche will er nicht verraten, wird er doch von den Amerikanern zum Verhör vorgeladen. Er wird der Kollaboration verdächtigt.

Tragikomödie um Holocaustüberlebende, die sich in Deutschland als Hausierer die Schiffspassage nach Amerika verdienen wollen. Sam Garbarski, der 2007 mit "Irina Palm" das Berlinalepublikum entzückte, kehrt zehn Jahre später mit "Es war einmal in Deutschland" im Rahmen des Berlinale Special zurück. Auch diese Tragikomödie hat das Zeug zum Publikumsliebling. Moritz Bleibtreu (er spielte bereits eine Hauptrolle in Garbarskis "Vijay und ich") spielt den Holocaustüberlebenden David Berman, der nach dem Krieg in einem Zwischenlager unter den Schicksalsgenossen Teilacher, jiddisch für Hausierer, rekrutiert, um bei den deutschen Kriegswitwen und Eltern Wäsche an der Haustür zu verkaufen. Alle wollen genug verdienen, um sich die Schiffspassage nach Amerika leisten zu können. Die mit jüdischen (Galgen-)Humor, auch Kalauern und Slapstick gespickte Geschichte nach Romanvorlagen von Michel Bergmann erhält zusätzliche Dramatik, weil David von den Amerikanern als Kollaborateur verdächtigt wird, genoss er doch Sonderbehandlung im KZ und hat einen deutschen Pass unter anderem Namen. Der hübschen Verhörspezialistin (Antje Traue) erzählt er, dass er im KZ als Clown auftrat und für einen Sonderauftrag ausgewählt wurde, nämlich Hitler am Obersalzberg das Witzeerzählen bei zu bringen, damit er Mussolini auch in dieser Disziplin ausstechen könne. Außerdem habe er die Begegnung nutzen wollen, den Führer zu ermorden... David setzt Charme, Chuzpe und Cleverness nicht nur bei den herrlichen Verkaufsgesprächen ein, (bei denen sich die Teilacher immer als Wehrmann vorstellen, weil der Name wegen Wehrmacht so geläufig und positiv konnotiert ist), sondern vor allem ersteres auch bei ihr. Der Film macht das (Lügen-)Geschichten und Witze erzählen selbst zum Thema, beschreibt es als Mittel mit eigentlich unaussprechlicher Erfahrung und dem Schuldgefühl des Überlebens weiter leben zu können. Ein dreibeiniger Hund eröffnet den Film und taucht immer wieder auf. Seine Verletzung ist offensichtlich, die der Teilacher nicht, auch wenn sie viel schwerer ist. Jeder von ihnen, gut gespielt von einem internationalen Ensemble, das mit diversen Akzenten deutsch mit jiddischen Einsprengseln spricht, wird im Verlauf seine Geschichte erzählen. Die größte Tragödie und der bitterste Witz ist, dass einer von ihnen Selbstmord begeht, im Glauben einen unschuldigen Familienvater statt eines grausamen SS-Mann getötet zu haben. Auch er hatte sich eine falsche Identität zugelegt. hai.

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Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
390 (+ 3 Sitzplätze für Behinderte) 19,10 x 8,20m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
266 (+ 3 Sitzplätze für Behinderte) 14,00 x 5,70m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
117 (+ 2 Sitzplätze für Behinderte) 9,10 x 3,90m Dolby Digital 5.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
117 (+ 1 Sitzplatz für Behinderte) 9,10 x 3,90m Dolby Digital 5.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
141 (+ 2 Sitzplätze für Behinderte) 10,20 x 4,15m Dolby Digital 5.1

Kino 6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
117 (+ 1 Sitzplatz für Behinderte) 8,60 x 4,65m Dolby Digital 5.1

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
117 (+ 1 Sitzplatz für Behinderte) 8,60 x 4,65m Dolby Digital 5.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
141 (+ 2 Sitzplätze für Behinderte) 10,20 x 4,15m Dolby Digital 5.1